Die 3. Klassen der Grundschule haben ja ein besonderes Hausiheft, gesponsert vom Preisgeld des Landkreises. Sie verfolgten den Weg einer Jeans mit Hilfe des Heftes:
Kasachstan: Die Baumwolle wächst in großen Plantagen. Sie wird von Hand oder mit der Maschine. Türkei: Die Baumwolle wird in Spinnereien zu Garn gesponnen. Taiwan: In den Webereien wird der Jeansstoff hergestellt. Polen: Die chemische Indigofarbe (blau) zum Einfärben des Jeansstoffes wird produziert. Tunesien: Das Garn aus der Türkei und der Jeansstoff aus Taiwan wird mit der Indigofarbe aus Polen eingefärbt. Bulgarien: Der fertige Jeansstoff wird veredelt, d. h. weich und knitterarm gemacht. China: Die Jeans zusammengenäht, mit Knöpfen und Nieten aus Italien und Futterstoff aus der Schweiz. Frankreich: Jetzt bekommt die Jeans den letzten Schliff. Sie wird gewaschen, z. B. mit Bimsstein aus Griechenland, wodurch sie den „Stone-washed-Effekt“ erhält. Deutschland: Hier wird das Firmen-Label in die Jeans eingenäht und sie erhält den Aufdruck „Made in Germany"!
Sie erfuhren auch wer an einer Jeans verdient, das unfaire Ergebnis überrascht die Kinder immer wieder: Nur 1 % des Jeanspreises geht als Lohn an alle ArbeiterInnen. Die Materialkosten belaufen sich auf 13 %. Die Transportkosten und sonstige Gebühren (z. B. Zoll) machen einen Anteil von 11 % aus. Die Markenfirma nimmt 25 % des Jeanspreises für Werbung, Forschung, Entwicklung und Design in Anspruch. Die restlichen 50 % kassiert der Einzelhandel. Dieser hat zwar auch Kosten, wie Verkaufspersonal, Ladenmiete und Verwaltung, aber er hat auch eine sehr große Gewinnspanne für sich eingerechnet. Was ist also zu tun? Die Kinder hatten viele Ideen!